Bis in die 1990er Jahre
kamen im Windkraftanlagenbau Anlagen mit der so genannten Stall-Technik zum
Einsatz. Dabei konnte der Anstellwinkel der Rotorblätter nicht verstellt
werden. Bei bestimmten Windgeschwindigkeiten kam es zu einem Strömungsabriss an
den Rotorblättern.
Das führte zu starken Geräuschentwicklungen.
Moderne Windkraftanlagen
kennen dieses Problem nicht mehr. Es werden derzeit nur noch Anlagen mit der
Pitch-Technik errichtet. Diese Technik ermöglicht es, ähnlich wie bei einem
Hubschrauber, den Anstellwinkel der Rotorblätter zu verändern. Damit kann zum
einen der Wirkungsgrad der Anlage, abhängig von der Windgeschwindigkeit,
verbessert werden, zum anderen wird dadurch die Schallimmission verringert, da es zu keinem Strömungsabriss mehr
kommen kann.
Es wird oft behauptet, das
Anlagen für Onshore Windkraft nur
dort errichtet werden dürfen, wo ein bestimmter Abstand zu Wohn- oder
Industriegebieten eingehalten werden kann, um die Beeinträchtigung der Anrainer durch die erwartete Lärmbelästigung
zu verringern.
Dies ist so nicht richtig.
Der Abstand ist vielmehr
abhängig von der Größe der zu errichtenden Anlage und der von ihr zu
erwartenden Schallimmission. Als
Beispiel sei hier angeführt, dass die von einer technischen Anlage verursachte
Schallimmission in Deutschland in reinen Wohngebieten nachts einen
Dauerschalldruckpegel von 35 dB nicht überschreiten darf. Anrainer sollen durch
diese gesetzliche Regelung vor einem zu hohen Lärmpegel geschützt werden.
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Rolf Hinrichs - Onshore Windkraft - Einführung
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